KI zur Unterrichtsvorbereitung: Der ultimative Guide für mehr Freizeit

Lehrerin am Schreibtisch nutzt Laptop mit KI-Software zur Unterrichtsvorbereitung, umgeben von Notizbüchern in einem aufgeräumten Arbeitszimmer.
Die Kontrolle behalten, die Arbeit delegieren: Moderne Unterrichtsvorbereitung kombiniert pädagogische Expertise mit intelligenter Software.

Dieser Artikel ist Teil unserer großen Serie KI in der Schule 2026: Der ultimative Guide für Lehrer.

Sonntagabend, 21:00 Uhr. Auf dem Schreibtisch stapeln sich noch drei unkorrigierte Klassensätze, morgen früh steht eine Doppelstunde in einer schwierigen achten Klasse an und der Entwurf für den nächsten Elternbrief muss auch noch geschrieben werden. Kommt dir das bekannt vor?

Der chronische Zeitmangel ist das größte Problem im modernen Schulalltag. Doch genau hier kommt Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Wer KI richtig nutzt, hat keinen Mehraufwand durch ein neues, kompliziertes Technik-Thema, sondern gewinnt massiv Lebensqualität zurück.

Das Versprechen dieses Guides ist simpel, aber real: Mit den richtigen KI-Tools und Prompts sparst du wöchentlich 3 bis 5 Stunden bei der Unterrichtsvorbereitung. Wie das geht, welche Tools datenschutzkonform sind und welche Befehle du sofort kopieren kannst, erfährst du hier.


Warum KI der beste Assistent für Lehrkräfte ist

Zuerst die wichtigste psychologische Entlastung: KI wird dich als Lehrkraft nicht ersetzen. Die Empathie, die Beziehungsarbeit mit den Schülern und die pädagogische Intuition im Klassenzimmer bleiben zu 100 % in deiner Hand.

Künstliche Intelligenz ist vielmehr der fleißige, aber unkreative Referendar, den du nie hattest. KI übernimmt die mühsame Fleißarbeit: das Formatieren, das Umformulieren, das Suchen nach Beispielen und das Generieren von Basis-Material. Du lieferst die pädagogische Richtung und die fachliche Expertise – die KI gießt es in Sekunden in die passende Form. Du degradierst dich nicht, wenn du KI nutzt; du beförderst dich zum didaktischen Chefredakteur deines eigenen Unterrichts.


Die 3 wichtigsten Anwendungsbereiche für KI im Schulalltag

Um nicht im Meer der Möglichkeiten zu ertrinken, solltest du dich zu Beginn auf diese drei Bereiche fokussieren, die den höchsten „Return on Investment“ für deine Zeit bringen.

1. Arbeitsblätter und Klausuren erstellen

Das ständige Neuerfinden des Rades frisst die meiste Zeit. KI-Modelle eignen sich hervorragend, um aus Stichpunkten strukturierte Handouts zu machen. Du brauchst 15 Multiple-Choice-Fragen zur Französischen Revolution? Oder Lückentexte zum Thema Photosynthese, inklusive Musterlösung? Ein gut formulierter Prompt erledigt das in unter einer Minute.

(Tipp: Sobald du bereit bist tiefer einzusteigen, lies hier unseren detaillierten Guide: Klausuren erstellen lassen mit KI – Tools und Vorlagen

2. Didaktische Reduktion (Texte vereinfachen)

In inklusiven Klassen oder Lerngruppen mit unterschiedlichen Sprachniveaus (z.B. DaZ-Schüler) reicht ein Standardtext oft nicht aus. Du kannst einen aktuellen Artikel aus der Tageszeitung nehmen und die KI bitten: „Schreibe diesen Text in einfache Sprache (Niveau A2) um und markiere die drei wichtigsten Fachbegriffe fett.“ So erstellst du mühelos differenziertes Material für heterogene Lerngruppen.

3. Administrative Aufgaben (Elternbriefe & Zeugnisse)

Die Administration ist der unsichtbare Zeitfresser. Formulierungshilfen für schwierige Elterngespräche, freundliche aber bestimmte Erinnerungen an Klassenfahrt-Zahlungen oder strukturierte Entwürfe für Zeugnisbemerkungen lassen sich hervorragend delegieren. Du gibst nur die groben Fakten ein, die KI sorgt für den professionellen, wertschätzenden Ton.

(Mehr dazu findest du in unserer Vorlagen-Sammlung: [Interner Link: Elternbriefe in 30 Sekunden schreiben mit KI])


Die besten KI-Tools für die Unterrichtsvorbereitung

Nicht jedes Tool ist für den Schulalltag geeignet. Besonders das Thema Datenschutz (DSGVO) spielt für uns Lehrkräfte eine zentrale Rolle. Hier ist ein kurzer Vergleich der aktuell wichtigsten Helfer:

ToolStärkenSchwächen / BesonderheitenEignung für die Schule
ChatGPT (OpenAI)Enorm leistungsstark, kreativ, beste Ergebnisse bei Texten.Server in den USA (Datenschutz kritisch bei sensiblen Daten).Top für die Vorbereitung zu Hause, niemals für Schülerdaten nutzen!
fobizzSpeziell für Lehrkräfte in DACH entwickelt. DSGVO-konform.Kostenpflichtig in der Premium-Version.Sehr hoch. Bietet fertige didaktische Vorlagen und sichere Umgebungen.
Schul-KIServer in Deutschland, DSGVO-konform, extra für den Unterricht konzipiert.Textqualität teilweise etwas unter dem Niveau von ChatGPT Plus.Sehr hoch. Ideal, um KI auch gemeinsam mit Schülern zu nutzen.

Empfehlung für den Start: Nutze ChatGPT oder Claude für allgemeine Unterrichtsentwürfe und Sachtexte. Sobald echte Namen oder schulinterne Daten im Spiel sind, wechsle zwingend zu Anbietern wie fobizz.


Praxis-Guide: 3 Copy-Paste-Prompts, die du sofort nutzen kannst

Die Qualität der KI-Antwort hängt zu 100 % von deiner Eingabe ab (dem sogenannten Prompt). Vermeide kurze Sätze wie „Mache ein Arbeitsblatt über Rom“. Nutze stattdessen das Rollen-Format.

Hier sind drei Vorlagen, die du direkt kopieren und mit deinen Themen füllen kannst:

Prompt 1: Das differenzierte Arbeitsblatt

Kopiere diesen Text:

„Du bist ein erfahrener Gymnasiallehrer. Erstelle ein Arbeitsblatt für eine 8. Klasse zum Thema [THEMA EINFÜGEN, z.B. Der Wasserkreislauf].

Gliedere das Arbeitsblatt wie folgt:

  1. Einen kurzen, motivierenden Einleitungstext (max. 150 Wörter).
  2. Drei Verständnisfragen zum Text (Leicht, Mittel, Schwer).
  3. Eine Transferaufgabe für Partnerarbeit.Erstelle im Anschluss direkt die Musterlösung für mich.“

Prompt 2: Text vereinfachen (Didaktische Reduktion)

Kopiere diesen Text:

„Hier ist ein komplexer Sachtext: [TEXT HIER EINFÜGEN].

Bitte schreibe diesen Text so um, dass ihn ein 12-jähriger Schüler mit Leseschwäche gut verstehen kann. Verwende kurze Sätze, vermeide Fremdwörter oder erkläre sie in Klammern. Fasse die Kernaussage am Ende in drei simplen Bulletpoints zusammen.“

Prompt 3: Der diplomatische Elternbrief

Kopiere diesen Text:

„Schreibe einen professionellen, freundlichen, aber bestimmten Elternbrief.

Thema: [Z.B. Fehlende Hausaufgaben und Störung des Unterrichts durch den Schüler].

Ziel: Ich möchte die Eltern zu einem kurzen Telefonat nächste Woche Dienstag oder Donnerstag zwischen 14 und 15 Uhr einladen. Der Ton soll lösungsorientiert und wertschätzend sein, nicht anklagend. Lasse Platzhalter für Namen.“


Fazit: Klein anfangen und Zeit gewinnen

Der größte Fehler bei der Einführung von KI in den eigenen Workflow? Alles auf einmal wollen. Wer versucht, seinen kompletten Jahresplan am ersten Tag durch die KI zu jagen, wird frustriert aufgeben.

Die beste Strategie: Suche dir für diese Woche exakt eine kleine, nervige Aufgabe aus. Das kann ein Elternbrief sein oder ein Lückentext für die Vertretungsstunde. Nutze dafür einen der Prompts von oben. Wenn du merkst, wie du aus einer 30-Minuten-Aufgabe eine 3-Minuten-Aufgabe machst, kommt die Motivation für größere Projekte ganz von alleine.


Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich KI für die Unterrichtsvorbereitung überhaupt nutzen?

Ja, für allgemeine didaktische Konzepte, Sachtexte und Ideenfindung ist die Nutzung problemlos möglich. Wichtig: Es dürfen niemals personenbezogene Daten von Schülern (Namen, Noten, Verhaltensauffälligkeiten) in offene KIs wie ChatGPT eingegeben werden.

Ist die Nutzung von KI-Tools kostenlos?

Die Basisversionen der meisten großen Modelle (wie ChatGPT oder Claude) sind kostenlos und reichen für den Einstieg völlig aus. Spezialisierte Bildungs-KIs wie fobizz bieten oft Freemium-Modelle oder Schullizenzen an.

Merken die Schüler nicht, dass das Material von einer KI kommt?

Doch, wenn du es unkorrigiert übernimmst. KI neigt manchmal zu hölzernen Phrasen (wie “Zusammenfassend lässt sich sagen…”). Lies dir das generierte Material immer durch, passe Vokabeln an deinen Unterrichtsstil an und prüfe zwingend alle Fakten auf ihre Richtigkeit. Die KI ist dein Assistent, du bleibst der Experte.